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Dein richtiges Claude Cowork-Setup

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13. April 2026

Dein richtiges Claude Cowork-Setup


Moin liebe Leser:innen,

TLDR

Claude Cowork liest deine Dateien vor jeder Session. Klingt gut — ist gut, solange die Dateien klein bleiben. Werden sie zu groß, liest Cowork nicht mehr sorgfältig, sondern fasst nur noch zusammen. Dieser Newsletter erklärt das Problem, die richtige Struktur, und was du diese Woche konkret ändern kannst.


EINLEITUNG

Vorige Woche war Ostermontag. Kein Newsletter. Freie Tage gehören für mich dazu.

Die letzten Wochen davor ging es um Claude Code. Das mächtigste Tool in der ganzen Reihe — und das mit der steilsten Lernkurve. Für Entwickler und alle die bereit sind, ein Terminal zu öffnen.

Heute kein neues Tool. Heute Claude Cowork.

Nicht weil wir einen Schritt zurückgehen. Sondern weil Cowork gerade das Thema ist das alle beschäftigt — und das die meisten trotzdem noch nicht wirklich nutzen.

Drei Gründe warum ich das jetzt aufgreife:

Erstens: Das Timing. Claude ist gerade der am schnellsten wachsende KI-Dienst überhaupt. Nicht wegen Claude Code. Wegen Cowork. Es ist das Tool das gerade in jedem Newsletter erscheint, in jedem LinkedIn-Feed auftaucht, über das gerade überall geredet wird.

Zweitens: Die Lücke. Die meisten die Cowork kennen, haben es noch nicht eingerichtet. Die meisten die es eingerichtet haben, machen einen Fehler der den Nutzen halbiert. Der Hype ist da — das Verständnis fehlt noch.

Drittens: Die Zielgruppe. Wer kein Entwickler ist — und das ist die Mehrheit — braucht kein Terminal. Braucht keinen agentischen Loop. Braucht Cowork. Es ist das mächtigste KI-Tool für alle die mit Dokumenten, Content, Kommunikation und Planung arbeiten. Ohne eine Zeile Code.

Genau dafür ist diese Ausgabe.

Eine Frage dabei: "Ich habe alles eingerichtet — es fühlt sich trotzdem nicht besser an als vorher."

Die Antwort ist kontraintuitiv.


Das Problem mit wachsenden Setups

Mehr Kontext klingt nach mehr Qualität. Das stimmt — bis zu einem Punkt.

Claude Cowork liest deine Dateien vor jeder Session. Es hat dafür ein Kontextfenster — das Whiteboard aus dem Claude Code Newsletter. Ist dieses Whiteboard zu voll, bevor die eigentliche Aufgabe beginnt, passiert folgendes: Cowork liest deine Dateien nicht mehr sorgfältig. Es fasst sie zusammen.

Was das in der Praxis bedeutet: Deine 5.000-Wörter-about-me wird zu einer losen Zusammenfassung. Die Details, die du eingetragen hast, verschwinden im Rauschen.

Konkret: Eine about-me Datei die länger als 2.000 Token ist — das sind etwa 1.500 Wörter — frisst Aufmerksamkeit die für die eigentliche Aufgabe gedacht war.

Das ist kein Fehler in Cowork. Das ist wie Kontextfenster funktionieren.

Die Lösung: Nicht mehr hinzufügen. Konsolidieren.


Die drei Dateien — und wie sie richtig funktionieren

about-me.md — maximal 2.000 Token

Nicht: Wer du bist, was du machst, deine Geschichte, deine Werte, deine Kunden, deine Erfolge, deine Methoden.

Sondern: Was Claude wissen muss um deine Aufgaben gut zu erledigen. Konkret, dicht, kein Fließtext der das Gleiche in drei Sätzen sagt.

Wenn deine about-me Datei gewachsen ist: kürzen. Nicht durch manuelles Löschen, sondern durch Destillieren. Das Prompt dafür ist im Abschnitt "Was du diese Woche tun kannst."

anti-ai-schreibstil.md — dein sprachliches Regelwerk

Die zweite Datei die viele nicht haben — oder die zu vage ist.

Nicht "schreib klar und verständlich." Das ist wertlos.

Sondern: Die Wörter die du hasst. Die Satzmuster die du nicht willst. Die Formatierungsregeln die immer gelten. Je konkreter, desto besser der Output.

Meine Liste hat über 40 verbotene Formulierungen. Eine davon: "In einer Welt, in der..." Wenn Claude das schreibt, hat die Datei versagt.

mein-unternehmen.md — Ziele, Fokus, Absagen

Eine dritte Datei die ich bisher nicht beschrieben habe.

Nicht: Was du anbietest (das steht in about-me). Sondern: Wohin du willst. Deine Ziele für dieses Jahr. Wo du gerade deine Energie investierst. Was du bewusst absagst.

Diese Datei änderst du vielleicht einmal pro Quartal. Nicht öfter. Cowork braucht nicht deine Wochenpläne. Es braucht deinen Nordstern.


Der TEMPLATES-Ordner — das Feature das sich selbst befüllt

Neben ABOUT ME und OUTPUTS lohnt sich ein dritter Ordner: TEMPLATES.

Du befüllst ihn nicht aktiv. Du nutzt ihn nach guten Sessions.

Wenn Cowork einen Output erstellt hat der funktioniert — ein LinkedIn-Post der dich klingt, ein Newsletter-Abschnitt der genau die richtige Länge hat — sagst du am Ende der Session:

Speichere das als Vorlage in TEMPLATES/

Cowork extrahiert die Struktur: Abschnitte, Reihenfolge, Länge, Format. Der Inhalt verschwindet. Das Gerüst bleibt.

Nächstes Mal: Nutze die Vorlage in TEMPLATES/linkedin-post.md

Du baust einmal. Nutzt es dauerhaft. Die Vorlagen verbessern sich mit jeder Session die funktioniert.


Token sparen — vier Hebel die wirklich zählen

Das ist nicht primär eine Kostenfrage. Es ist eine Qualitätsfrage.

Je weniger Token für Setup verbraucht werden, desto mehr Aufmerksamkeit hat Cowork für die eigentliche Aufgabe.

1. Kein Follow-up nach einem schlechten Output — neue Session starten.

Claude liest bei jeder Nachricht die gesamte Gesprächshistorie neu. Nachricht 20 kostet 21-mal mehr als Nachricht 1. Wenn etwas schiefläuft: nicht korrigieren und weitermachen. Session schließen, neu starten, besseren Prompt schreiben.

2. Mehrere Aufgaben in einem Prompt bündeln.

"Fasse diesen Artikel zusammen", "Liste die Kernpunkte auf", "Schlage eine Betreffzeile vor" — das sind drei Sessions oder eine. Immer eine. Drei separate Nachrichten bedeuten dreimal den Kontext neu laden.

3. Sonnet für einfache Aufgaben, Opus für komplexe.

Formatieren, kürzen, Rechtschreibung, Brainstorming — Sonnet reicht. Strategische Texte, nuanciertes Feedback, komplexe Analysen — Opus. Der Unterschied: 30 bis 70% Kosteneinsparung bei Tasks wo Opus keinen Mehrwert bringt.

4. Dateien klein halten.

About-me unter 2.000 Token. Tone-Guide unter 1.500. Unternehmensdatei unter 1.000. Alles zusammen unter 5.000 Token — dann liest Cowork alles vollständig, vor jeder Session, ohne Kompromisse.


Was du diese Woche konkret tun kannst

Sofort (10 Minuten): about-me Datei prüfen

Wortanzahl checken. Liegt sie über 1.500 Wörtern? Dann kürzen.

Nicht manuell löschen — destillieren. Das geht so:

Du liest die vollständige Newsletter-Version. Die Befehle unten erscheinen nicht auf LinkedIn — sie sind der Grund warum es sich lohnt, hier zu sein.

Öffne eine neue Cowork-Session. Lade deine bestehende about-me Datei hoch. Dann:

Das Ergebnis: Dieselben Informationen. Ein Zehntel des Rauschens.

Diese Woche: anti-ai-schreibstil.md anlegen (falls noch nicht vorhanden)

Schreib auf was du nicht willst. Zehn Punkte reichen zum Anfang.

Konkret, nicht vage. Nicht "klingt zu formal" — sondern "benutze nie 'Mit freundlichen Grüßen' als Abschluss, immer 'Beste Grüße'."

Nächste Woche: TEMPLATES-Ordner aktivieren

Nach deiner nächsten Session die gut funktioniert hat — ein Satz: Speichere das als Vorlage in TEMPLATES/

Kein weiterer Aufwand. Der Ordner wächst durch gute Arbeit, nicht durch Planung.


P.S.

Falls du das lieber nicht allein durchgehst:

Brunch & Learn — das ist das Format wo wir dein konkretes Setup gemeinsam anschauen. Nicht generisch. Mit deinen Dateien, deinen Aufgaben, deinem Cowork-Ordner.

Interesse? Antworte auf diese E-Mail mit "BRUNCH" — ich schicke dir alle Details.

Beste Grüße

André


Wie du mit uns arbeiten kannst:

1. Kostenlos starten:
Templates, Newsletter, YouTube

2. Brunch & Learn (KI-Training):
Individuelles Training, thematisch auf deine Bedürfnisse angepasst.
Zwei Formate:
Sprint: 5 Tage intensiv (jeden Tag eine Session)
Lang: 6 Wochen nachhaltig (1x pro Woche)

Fokus: Nicht reden. Machen. Du gehst mit einem funktionierenden System raus.

Interesse? Antworte mit “BRUNCH” – ich schicke dir Details zu beiden Formaten.

3. 30-Day Installation:
Wir implementieren.

4. Retainer / System:
Laufende Optimierung implementierter Systeme.

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